You are currently viewing Das Comeback der Bitterstoffe. Wirkung auf 3 Ebenen

Das Comeback der Bitterstoffe. Wirkung auf 3 Ebenen

Bitterstoffe sind aus unserer modernen Ernährung heraus gestrichen. Bitter ist unerwünscht. Weil es einfach nicht schmeckt. Dabei ist das Wissen um die heilsame Wirkung von Bitterstoffen in den letzten Jahrzehnten sträflich ignoriert worden.

In der Tat sollte uns bitterer Geschmack ursprünglich vor giftigem Essen warnen: Giftpflanzen, verdorbene Proteine, ranzige Fette und Schwermetalle. Doch offensichtlich haben wir da etwas falsch verstanden und alles Bittere generell als bitterböse abgespeichert.

Das Wirkspektrum von Bitterstoffen beschränkt sich nicht nur auf die Verdauung. Bitterstoffe wirken nämlich auch auf unser Nerven- und Immunsystem.

Die vielfältige Wirkung von Bitterstoffen

Seit 5000 Jahren werden Kräuter auch medizinisch genutzt. Besonders im Bereich der Verdauungsprobleme kamen und kommen sie vielseitig zum Einsatz. All jene Substanzen, die dazu beitragen, den Fluss der Verdauungssäfte anzuregen, werden in verschiedensten Zusammensetzungen angeboten.

Was all diesen auserwählten Kräutern gemein ist, ist ihr bitterer Geschmack.

Diverse Kulturen wenden auch heute noch das alte Wissen um die Wirkung von Bitterstoffen an, um Verdauungsprobleme gar nicht erst entstehen zu lassen. Sie sind fester Bestandteil der chinesischen Medizin und des Ayurveda.

Auch in Italien wird beispielsweise vor jeder Mahlzeit ein Aperitivo gereicht. Es heißt, der überbrücke die Wartezeit bis zur Vorspeise. Doch ursprünglich sollte er den oben genannten Zweck erfüllen.

Der zugesetzte Zucker soll den Drink für unsere “modernen” und verweichlichten Gaumen genießbar machen. Dabei schmälert ein Zuckerzusatz jedoch die eigentliche Wirkung der Bitterstoffe.

Die in Indien direkt in die Gerichte integrierten Kräuter verfolgen den gleichen Zweck: Die verdauungsfördernde Wirkung der Bitterstoffe. Wusstest du, dass die reine Kurkumawurzel bitter schmeckt?

Bitterschokolade
Bittere Lebensmittel, die wir alle kennen, sind beispielsweise Löwenzahn, Grapefruit, Kaffee und dunkle Schokolade

Bitterstoffe sind in Pflanzen vorkommende Alkaloidverbindungen. Ihre Wirkung besteht überraschenderweise darin, dass sie den Vagusnerven stimulieren und damit verbundene entspannende Effekte auslösen.

Bitter ist das Gegenteil von süß. Auf der Zunge sind die Geschmacksrezeptoren für bitter auf dem hinteren Zungengrund lokalisiert. Deshalb gelangt der bittere Geschmack etwas verzögert ins Bewusstsein. Dafür bleibt er um so länger.

Als ein Experiment kannst du in einen Apfel beißen. Wenn du nach dem Hinunterschlucken eine bittere Substanz auf die Zunge gibst, wird der nächste Bissen desselben Apfels viel süßer schmecken.

Mit Bitterstoffen gegen die Zuckersucht

Dies zeigt ansatzweise, wie man dem Teufelskreis der Zuckersucht entkommen könnte, der so viele Menschen verfallen sind. Denn Zucker stimuliert die Ausschüttung von Serotonin und Dopamin, und hält somit den gesamten Suchtkreislauf in Gang.

Ist das ein Wunder? Serotonin ist unser Glückshormon, und Dopamin schaltet das Belohnungssystem an. Mit diesem Wissen verdienen sich Lebensmittelhersteller eine goldene Nase. Zucker kombiniert mit Fett ist das Rezept für eine treue Kundschaft. Wir wollen mehr davon.

Selbst eines der wenigen übriggebliebenen bitteren Getränke, den Kaffee, mildern wir mit Zucker ab oder verdünnen ihn wenigstens mit Milch. Ist sonst einfach zu bitter. Hast du schonmal Campari oder Aperol pur getrunken? Unvorstellbar.

Indem man bei Süßhunger ersatzweise etwas Bitteres isst, kann man den Appetit auf Süßes zumindest für den Moment vertreiben.

Was Zucker allein im Darm anrichtet, sollte als Motivation ausreichen, um ihn von der persönlichen Lebensmittelliste zu streichen. Er fördert das Wachstum von Pilzen, wie Candida, und ebnet Fäulnisbakterien den Weg für lange Mieterschaft. Zucker rollt unerwünschten Bakterien im Darm den roten Teppich aus.

Bitterstoffe: Wirkung auf den Insulinspiegel

Doch die verheerendste Auswirkung hat Zucker wohl auf den Insulinspiegel. Auch hier haben Bitterstoffe einen positiven Einfluss:

Nimmt man vor dem Verzehr einer süßen Leckerei Bitterstoffe zu sich, steigt der Blutzucker viel weniger rasant an als ohne Bitterstoffe.

Verdauung - wie Bitterstoffe Wirkung zeigen

Bitterstoffe gehören zu einer chemischen Gruppe, die Iridoide genannt wird. Der bittere Gechmack hat therapeutische Wirkung in verschiedener Hinsicht.

Sobald das Bittere auf Ihre Zunge trifft, beginnt die Aktivierung des Vagusnerven. Speichelfluss setzt ein. Dieser Speichel enthält Verdauungsenzyme für Stärke und Zucker. Denn im Mund beginnt die Verdauung. Obwohl eigentlich schon Augen und Nase den Anfang des Verdauungstraktes bilden. Weil die Verdauung bereits mit dem Riechen beginnt. Und beim Anblick einer lecker zubereiteten Speise sollte uns das Wasser im Munde zusammenlaufen.

Der Bitterreiz auf der Zunge informiert also alle für die Verdauung zuständigen Organe darüber, dass jetzt Nahrung in den Körper kommt, und versetzt sie in Verdauungsbereitschaft.

Gleichzeitig mit dem Einsetzen der Enzymproduktion bildet sich eine dünne Schleimschicht in der Speiseröhre, so dass der Speisebrei besser hinuntergleiten kann.

Bunter Salat
Das Auge isst mit. Wem läuf bei diesem Anblick nicht das Wasser im Mund zusammen?

Keine Angst vor Magensäure!

Die Bitterstoffe regen auch den Magen dazu an, vermehrt Säure und Pepsin zu produzieren. Die Magensäure ist sowohl für die Zerlegung der Proteine, als auch zur Desinfektion eventueller Keime essentiell. So werden pathogene Organismen abgetötet, die mit der Nahrung aufgenommen werden können.

Sogar eine Dünndarmfehlbesiedlung kann auf diese Weise geheilt werden. Denn eine SIBO geht oft mit einem Mangel oder einem zu hohen pH-Wert der Magensäure einher.

Das Problem eines Magensäuremangels oder eines falschen pH-Wertes ist, dass sich diese Verzerrung in die weiteren Kompartimente des Verdauungstraktes fortsetzt. Da jedoch die ortsansässigen Enzyme ein ganz klar definiertes Arbeitsoptimum benötigen, können sie ihre Funktion bei pH-Wert-Verschiebung nicht mehr korrekt ausüben. So gelangen unverdaute Nahrungsbestandteile in die unteren Darmbereiche. Dort sorgen sie für weitere Verdauungsprobleme.

Bitterstoffe, vor jeder Mahlzeit eingenommen, trainieren den Körper und bringen mit jeder Mahlzeit ein bisschen mehr Schwung in Deine Verdauung.

Auch Leber und Gallenblase sind maßgeblich an der Verdauung beteiligt. Bitteres erleichtert die Sekretion von Gallensalzen im Dünndarm. Die Gallensalze helfen dabei, die aus dem Magen kommenden sauren Nahrungsbestandteile wieder zu neutralisieren. Denn der Dünndarm benötigt für seine Verdauungsleistung im Gegensatz zum Magen ein viel basischeres Milieu.

Sogar die Bauchspeicheldrüse beginnt nun, vermehrt Enzyme auszuschütten.

Der richtige pH-Wert sorgt auch dafür, dass unerwünschte Organismen abgetötet werden. Nur jene, die in unserer physiologischen Verdauungsumgebung überleben können, bleiben übrig.

Zunahme der Peristaltik

Ein weiterer Effekt der Bitterstoffe ist, dass die Darmperistaltik angekurbelt wird. Sensible Menschen spüren dies unter Umständen sofort nach Einnahme eines bitteren Mittels.

Die allmähliche Verlangsamung der natürlichen Darmbewegungen kann eine der Ursachen für chronische Verstopfung sein. Bei diesem Phänomen richten auch weder Flohsamenschalen noch Leinsamen viel aus.

Während einer zu langsamen Darmpassage wird dem Stuhl einerseits zu viel Wasser entzogen, so dass er sich verfestigt. Andererseits kann es zu Rückvergiftungen kommen, wenn der Stuhl zu lange an ein und derselben Stelle verharrt.

Und last but not least wirkt sich Verstopfung auf die Stimmung aus. Denn über Dehnungsrezeptoren werden dem Gehirn falsche Signale übermittelt.

Vielleicht kennst du das gute Gefühl eines leeren Darms, sei es zum Zwecke einer Darmspiegelung oder im Rahmen eines Fastenprogramms? Dann ist endlich einmal alles in Ordnung. Keine Blähungen, und nichts, was zwickt.

Die Macht der Bitterstoffe: Wirkung auf das Nervensystem

Warum passiert das alles? Zuallererst müssen die Organe in den Verdauungsmodus versetzt werden. Dies geschieht über das enterische Nervensystem, das sogenannte Bauchhirn. Dieses wird, ausgelöst durch den Bitterreiz auf der Zunge in einen Zustand der Ruhe und Entspannung versetzt.

Der Parasympaticus wird aktiviert. Das ist sinnvoll und der eigentlich natürliche Ablauf, weil Verdauung nur in diesem Zustand optimal ablaufen kann. Die Organe werden verstärkt durchblutet und sind nun bereit für ihre Arbeit.

Essen und chatten gleichzeitig
Für eine optimale Verdauung solltest du dich ganz auf´s Essen konzentrieren

Leider gönnen wir unserem Verdauungssystem in unserer schnelllebigen Welt selten die nötige Ruhe. Gegessen wird zwischendurch, keine Zeit, hoher Stress, fehlende innere Ruhe. Nebenbei wird gelesen oder ferngesehen.

Dabei heißt es doch: rest and digest. Stattdessen schlingen wir unser Essen unzureichend zerkaut im sympatikotonen Modus hinunter und wundern uns anschließend über Verdauungsprobleme.

Denn der Sympaticus ist für Kampf und Flucht vorgesehen. Für Aktivität. In diesem Zustand wird das Blut allein für die Muskelarbeit benötigt. Im Überlebenskampf wird nicht gegessen. Auch die dazugehörigen Stresshormone bremsen jegliche Verdauungsleistung aus.

Wird der Darm dennoch zur Arbeit gezwungen, streikt er: Entweder wirft er alles raus oder er erstarrt. Durchfall oder Verstopfung.

Auf die Wirkung von Bitterstoffen setzen

Was passiert nun, wenn du vor dem Essen der Bitterstoffe Wirkung nutzt, und dir Zeit zum essen nimmst? Mit einem begleitenden tiefen Ein- und Ausatmen, welches den Prozess unterstützt, spürst du, wie sich dein Gesicht bei dem bitteren Geschmack verzieht und sich ein Kribbeln im Rücken ausbreitet. Dieses Kribbeln markiert die Aktivierung des Nervus Vagus.

Du kannst Bitterstoffe direkt vor dem Essen einnehmen, aber auch schon eine halbe Stunde vorher. In diesem Fall können wir sehr deutlich wahrnehmen, wann “der Magen knurrt”. Dieses Knurren signalisiert die Bereitschaft des Körpers, jetzt Nahrung aufzunehmen.

Doch die wenigsten Menschen warten auf ein Hungergefühl. Ich will mich da gar nicht ausschließen. Verlockende Leckereien an jeder Ecke und getaktete Mahlzeiten machen es schwer, auf wirklichen Hunger zu warten.

Wenn wir jedoch warten, kann die Nahrung nicht nur effektiver verdaut werden. Auch Nährstoffe und Mineralien werden viel besser aufgenommen, weil die Bereitschaft des Körpers zur Verdauung großen Einfluss auf die pH-Werte in den jeweiligen Organen hat. Dadurch wird die Aufnahme einiger sonst schwer assimilierbarer Vitamine und Mineralien erleichtert.

Während wir unsere Verdauung verbessern, unterstützen wir gleichzeitig das Nervensystem. Denn der gestärkte Verdauungstrakt scheint über das enterische Nervensystem das zentrale Nervensystem zu stimulieren. Dies wiederum führt zu einer generellen Tonisierung.

Einige Menschen haben das Glück, allgemein entspannter zu sein als andere. Sie haben meist auch keine Verdauungsprobleme. Schwerer ist es für jene, die sich dauerhaft gestresst fühlen. Da kann ein Umdenken Wunder wirken. Denn der allergrößte Feind des Darms ist, noch vor dem Zucker, chronischer Stress.

Im gestressten Zustand verdaut es sich nicht gut.

Im Umkehrschluss ist das Erlernen von Entspannungstechniken ein erster Schritt zur Beruhigung und Heilung des Darms.

Dabei sei Entspannung nicht zu verwechseln mit Langeweile. Chronisch gestresste Menschen können süchtig nach Dopamin und Adrenalin sein. Der Zustand der Dauerstimulation suggeriert ihnen ein Gefühl von Lebendigkeit. Ohne diese biochemische Stimulation kann sich für sie Ruhe unter Umständen wie eine Depression anfühlen.

Heilsame Bitterstoffe - Wirkung und Ursache

Die Ursachen für Verdauungsprobleme sind also chronischer Stress und fehlende Bitterstoffe.

Bitteres wird sowieso völlig aus dem Repertoire der Lebensmittel ausgeklammert. Die Lebensmittelindustrie tut dafür ihr Übriges, sie hat nahezu alle natürlichen Bitterstoffe aus dem Gemüse herausgezüchtet. Denn das Volk verlangt nach süß.

Bitterstoffe in Chicoree
Selbst Chicoree schmeckt heute nicht mehr wirklich bitter.

Die Probleme, die sich bei Fortbestehen der auslösenden Faktoren etablieren können, umfassen die volle Bandbreite der Verdauungsstörungen.

Dabei geht es keineswegs nur um lästige Blähungen oder Verstopfung. Auch ein Leaky Gut Syndrom und Nahrungsmittelunverträglichkeiten können die Folge dieses ungünstigen Ernährungsstils sein.

Und da der Darm das Zentrum unserer Gesundheit ist, finden auch alle damit assoziierten chronischen Folgeerkrankungen ihre Ursache in den oben genannten Faktoren.

Insofern sollten auch Bitterstoffe essenzieller Bestandteil einer erfolgreichen Darmsanierung sein.

Verdauungsprobleme, die du mit Bitterstoffen in den Griff bekommen kannst

Wehrhafte Bitterstoffe: Wirkung auf das Immunsystem

Was du vielleicht nicht wusstest: Bitterrezeptoren befinden sich nur auf der Zunge, sondern auch auf den Zellen des Herzens, des Darms, der Harnblase und der Atemwege. Zwar weiß noch niemand so recht, welchen Zweck sie dort genau verfolgen. Aber Beobachtungen legen den Schluss nahe, dass den Rezeptoren eine Funktion in der Immunabwehr zukommt.

Die Bitterrezeptoren in den verschiedenen Organen gehören zum angeborenen Immunsystem und reagieren sehr schnell auf eindringende Keime. In den Atemwegen sorgen sie dafür, dass die Flimmerhärchen einen Großteil angreifender Bakterien nach außen befördern, so dass sie abgehustet werden können. Auch in der Harnblase können mit Hilfe von Bitterrezeptoren gefährliche Keime mit dem Urin ausgespült werden.

Des Weiteren regen Bitterstoffe die Sekretion der antibakteriellen Substanz Stickstoffmonoxid an. Diese entspannt die glatte Muskulatur.

Das neue Wissen um die Funktion der Bitterrezeptoren für das Immunsystem stellt die Möglichkeit in Aussicht, die Rezeptoren durch Gabe von Bitterstoffen gezielt zu aktivieren, um beginnende Infektionen in Schach halten zu können.

Ein Grund mehr also, Bitterstoffe in die tägliche Ernährung zu integrieren und Zucker zu reduzieren.  Denn im Gegenzug hemmen intensive Süßreize die Immunantwort, weil der Zucker den Bakterien als Futter dient und somit zu deren Vermehrung beiträgt.

Die richtigen Bitterstoffe

Der Körper liebt Konsistenz. Eine Regelmäßigkeit in Verdauungsangelegenheiten führt dazu, dass er täglich zur gleichen Zeit Hunger signalisiert. Denn auch die Verdauung ist einem zirkadianen Rhythmus unterworfen.

Bitterstoffe, vor jeder Mahlzeit eingenommen, unterstützen diesen komplexen Prozess.

Naturtreu’s Kräuterkick* enthält ausschließlich natürliche Zutaten. Wermut, Schwarzkümmel, Enzian-, Löwenzahn- und Angelikawurzel, Schafgarbe, Lavendel und Fenchelsamen. Das Produkt ist frei vorn Alkohol, Zusatzstoffen und obendrein vegan. Die Herstellung erfolgt in Deutschland nach höchsten Qualitäts-Kriterien.

Probier´ es aus und überzeuge dich selbst von der frappierenden Wirkung der Bitterstoffe.

close

Lust auf Newsletter?

Wir senden keinen Spam! Erfahre mehr in unserer Datenschutzerklärung.

Schreibe einen Kommentar