Die nichtalkoholische Fettleber. Eine Tragödie in vier Akten

Die nichtalkoholische Fettleber. Eine Tragödie in vier Akten

Nichtalkoholische Fettleber. Klingt, als wäre die Leber AntialkoholikerIN. Bei der  NAFL (nonalcoholic fatty liver) handelt sich um eine Leberverfettung, die nicht durch Alkoholmissbrauch entstanden ist.

Die nichtalkoholische Fettleber ist mehr ein Phänomen als eine Krankheit. Eine von vielen heutigen Zivilisationserscheinungen. Circa 70% der Übergewichtigen sind betroffen, und 90% aller Diabetes Typ 2 Fälle. Dabei ging die Fettleber dem Diabetes voraus.

Sogar etwa 40% aller adipösen Kinder haben schon eine verfettete Leber. Doch auch schlanke Menschen bleiben bei entsprechendem Lebensstil nicht verschont.

Einer nichtalkoholischen Fettleber(2) geht meist eine Insulinresistenz(1) voraus. Wird sie ignoriert, kann sie  irreversibel ins Stadium einer Leberzirrhose(3) fortschreiten, welche sich im worst case zum Leberkrebs(4) manifestiert.

Die Leber - eine Entgiftungsfabrik

Wen interessiert schon die Leber? Sie ist zwar die größte Drüse unseres Körpers, aber noch weniger sexy als der Darm. Unbeachtet arbeitet sie still und diskret unter dem rechten Rippenbogen vor sich hin. Tagein, tagaus, besonders nachts zwischen 1 und 3 Uhr. Sie kennt keinen Schmerz. Wie also soll man darauf kommen, dass ausgerechnet dieses Organ ursächlich für unerfreuliche Symptome und ernst zu nehmende Folgeerkrankungen sein könnte?

Vergiftet oder verfettet?

Es heißt, die Müdigkeit sei der Schmerz der Leber, die angesichts der stetig zunehmenden Menge an Toxinen in Nahrung und Umwelt mit der Entgiftung nicht mehr hinterher käme.

Um das gebeutelte Organ dabei zu unterstützen, werden Leberentgiftungen angepriesen. Auch ich habe einen angeleiteten Versuch gestartet, im Rahmen eines Online-Kurses. Gemeinsam mit meiner Schwester. An verschiedenen Orten. Telefonisch haben wir uns motiviert, die vier Tage durchzuhalten. Unsere Saftpressen liefen auf Hochtouren, und das Glas Mariendistelöl schmeckte überraschend lecker. Wir schafften es bis zum Finale, wenn auch mit dem Leberwickel auf der falschen Seite. Doch keine Leber spuckte irgendetwas von den vermuteten Inhalten aus. Dabei waren unsere Entgiftungsorgane sicherlich nicht weniger belastet als jene aller anderen Teilnehmer(Innen). Und auch die Müdigkeit blieb.

Das Leberthema legte ich daraufhin vorerst ad acta.

Doch irgendwie poppte es immer wieder irgendwo auf. Ich las, dass gerade Menschen, die sich von der Idee einer gesunden Ernährung inspiriert und motiviert fühlen, zum übermäßigen Obstkonsum tendieren. Allen voran jene, die die (vegane) Rohkost für sich entdecken. Der massive Verzehr von Fruchtzucker führe langfristig zur nichtalkoholischen Fettleber.

Oh je! Nicht mehr als 25g pro Tag? Nur noch ein Stück Obst pro Tag?

Was bleibt mir denn dann noch?

Seit mein Verzicht auf Kuhmilch die Hafermilch auf den Plan gerufen hatte, war mein Zuckerkonsum noch weiter angestiegen. Letzterer ist in diesem Pflanzendrink zwar ein harmlos klingendes, natürliches Fermentationsprodukt, wird aber vom Körper dennoch wie Zucker verstoffwechselt. Fünfzig Gramm pro Liter! Und da ein Zuckermolekül zu 50% aus Fruktose besteht, steigt auch die gefährliche Tagesration, je nach Menge des Haferdrinks. Und ich brachte es locker auf einen halben Liter täglich.

Zusätzliches Naschen und Kuchenessen hatte eigentlich längst die Kapazitäten meines Organismus überschritten.

Papaya aufgeschnitten
Papaya
Rhabarber und
Beerenobst enthalten wenig Fruktose

Wo bleibt die Glukose?

Solange alles noch glatt läuft, schüttet die Bauchspeicheldrüse auf einen Anstieg des Blutzuckersiegels hin Insulin aus. Dieses Hormon dockt an die Rezeptoren der Zielorgane an, welche sich daraufhin öffnen um die Glukose einströmen zu lassen.

Von der Natur ist die Glukose zuallererst für die Muskeln vorgesehen, damit denen genügend Energie für Kampf oder Flucht bereitgestellt werden kann. Bei keiner unmittelbaren Beanspruchung der Muskulatur wird die Glukose als Glykogen in Muskeln und Leber gespeichert, welches bei späterem Bedarf zur Verfügung steht, indem es zurück in Glukose verwandelt wird.

Hochkalorisch, kohlenhydratreich und bewegungsfaul

Die Aufgabe des Insulins ist es, den Zucker aus dem Blut zu entfernen.

Bei Insulinresistenz funktioniert dieser Speicherungsmechanismus nur noch mehr oder weniger gut. Wenn die Muskeln nicht benötigt werden, brauchen sie schließlich keine Energie.

Die Mitochondrien werden dezimiert, jene Bestandteile der Zellen, die die Enegie aus Kohlenhydraten und Fett gewinnen. Der Rest der Stoffwechselkaskade im Muskel wird ebenfalls herunter gefahren, wodurch auch die Fähigkeit zur dortigen Glykogenspeicherung stark eingeschränkt wird. Aus der Fettverbrennung ist die Muskulatur nun raus.

Die dennoch eintrudelnden Kalorien müssen aber irgendwo untergebracht werden. Die Bauchspeicheldrüse müht sich ab, und pumpt mehr Insulin ins Blut, während der Blutzuckerspiegel konstant bleibt. Ein zu hoher Blutzucker wirkt toxisch auf die Gewebe.

Fett oder Glykogen?

Warum aber landen die Kohlenhydrate als Fett in der Leber, und nicht als Glykogen im Muskel?

Da bei Insulinresistenz die Glykogensynthese in der Muskulatur nicht mehr korrekt funktioniert, ist die Alternative für den Körper nun, die Kohlenhydrate in Fett umzuwandeln und dies irgendwo einzulagern. Für schlechte Zeiten, von denen unser treuer Körper ausgeht. Jeder Vorgang im Körper hat nämlich einen Sinn.

Erste Adresse für die Fetteinlagerung ist die Leber. Die produziert jedoch außerdem angesichts des Überangebotes an Kohlenhydraten selber Fett. Wohin nun mit dem ganzen Kram, wenn sie selbst bereits verfettet ist? Wenn die Kapazitäten der Leber erschöpft sind, wird das Fett in Form von Lipoproteinen durchs Blut an andere Orte transportiert. Der Triglizeridspiegel im Blut erhöht sich dadurch deutlich. Angesichts der daraus resultierenden Cholesterin-Messwerte erhebt der Arzt mahnend seinen Zeigefinger.

Dieses phantastische Buch* erklärt in unterhaltsamer und verständlicher Weise, wie wir uns mit Kohlenhydratmast zu Grunde richten. Was ist Insulinresistenz? Wie funktioniert Diabetes Typ 2, beziehungsweise, was funktioniert dann nicht mehr?

Es sollte zur Pflichtlektüre werden. Danach kann jeder eigenverantwortlich selbst entscheiden, ob er so weiter macht wie bisher, oder doch besser die Reißleine zieht. Denn sowohl die Insulinresistenz, als auch Diabetes Typ 2 sind nicht nur remittiv, sondern nachweislich heilbar.

Symptome

Die nichtalkoholische Fettleber zeichnet sich leider nur durch unspezifische Symptome aus: Abgeschlagenheit, Müdigkeit, eventuell Schmerzen im rechten Oberbauch. Letztere rühren dann allerdings eher von den umliegenden Strukturen, die durch den Volumenzuwachs der Leber eingeengt werden. Denn die Leber selbst, wie eingang erwähnt, verfügt über keine Schmerzrezeptoren.

Die Folgen

  • Diabetes Typ 2
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Nierenerkrankungen
  • Atherosklerose
  • Leberzirrhose

Diagnose

Eine gesunde Leber hat eine Fettspeicherkapazität von 1-1,5% ihres Eigengewichts.

Haben die Leberzellen sichtbar mehr als fünf Prozent Fett eingelagert, ist die Rede von Leberverfettung (Steatose).

Wenn mehr als fünfzig Prozent der Leberzellen diesen Job übernommen haben, bzw. der Fettgehalt mehr als 5% des Lebereigengewichts ausmacht, ist die Fettleber amtlich.

Doch wie findet man das heraus?

Die Lebersonographie ist die allgemein praktikable Methode, die allerdings erst ab einem fortgeschrittenen Verfettungsgrad krankhafte Veränderungen sichtbar machen kann. Immerhin ermöglicht sie die Größenmessung des Organs, die Abweichungen von Normwerten aufdecken kann. Denn eine Verfettung der Leber geht mit deren Volumenzunahme einher.

Bei sehr schlanken Menschen kann ein geschulter Blick mit bloßem Auge Asymmetrien erkennen. Ja, ja! Nicht nur Übergewichtige sind gefährdet. Doch dazu später.

Für aufschlussreichere Messergebnisse müsste eine Leberbiopsie, oder wenigstens ein MRT erfolgen. Doch wo kein Verdacht, da keine Dringlichkeit.

Magnetresonanztomograph zur Diagnostik einer nichtalkohlischen Fettleber
Für eine sichere Diagnose: Ab in die Röhre!

Fett durch Kohlenhydrate

Die nichtalkoholische Fettleber wird leider immer noch stark unterschätzt, zumal sich der Glaube hartnäckig hält, eine diesbezügliche Gefahr ginge lediglich von zu hohem Alkoholkonsum aus.

Wie gelangt das Fett in die Leber?

1. Fettsäuren, die aus überquellendem Unterhautfettgewebe gerissen werden, gelangen über die Blutbahn zur Leber. Wenn die Fettzellen nämlich aufgrund ihrer Insulinresistenz zu keiner Speicherung mehr fähig sind, geben sie das Fett in die Bauchhöhle ab. Die erste Quelle für Leber- und Organverfettung ist also das körpereigene Fett.

2. De novo Lipogenese: Aus den Kohlenhydraten baut die Leber Fettsäuren; genau genommen, eine einzige Fettsäure: Die Palmitinsäure. Von allen Fettsäuren lässt sie den Cholesterinspiegel am stärksten ansteigen.

3. Fett aus Nahrungsfetten bildet den geringsten Anteil. Fatal sind Ernährungstipps, die eine fettarme, kohlenhydratreiche Kost propagieren.

Das ektope Fett, das nicht zu verwechseln mit dem gesunden Unterhautfettgewebe ist, bildet Gefahren für Organe, Knochen, in denen es sich ablagert. Darüber hinaus fördert es Entzündungen, die die Insulinresistenz weiterhin pushen.

Das meiste Fett in der Leber stammt also nicht etwa aus Nahrungsfetten, sondern aus Kohlenhydraten, die per de novo Lipogenese zu Fett umgebaut wurden. Ca 60% des Leberfettes stammen aus körpereigenen Fettdepots. Insulinresistente Fettzellen können Fett nicht mehr korrekt speichern, im Fettsäurenformat gelangt es übers Blut zur Leber, um dort als Fetttröpfchen eingelagert zu werden.

Sündenbock Fruktose

Ach nö! Da widersteht man so lange den Verlockungen der gezuckerten Leckereien, indem man sie durch Obst ersetzt. Und jetzt heißt es, das sei auch nicht besser? Sogar noch schlimmer??

Fruktose und Glukose

Die Fruktose ist, wie die Glukose, ein Einfachzucker. Die Saccharose, unser Haushaltszucker, beinhaltet beide Bausteine zu gleichen Teilen, als Zweifachzucker:

Fruktose und Glukose werden in der Leber unterschiedlich verstoffwechselt:

Während die Glukose als Glykogen gespeichert wird, geht es für die Fruktose folgendermaßen weiter:

Im Darm angekommen, gelangt die Fruktose auf direktem Wege über die Pfortader zur Leber, wo bis zu 75% vor Ort verarbeitet werden. Der zurück ins Kreislaufsystem fließende Anteil wird, in Abhängigkeit von seiner Konzentration im Blut, in die Zellen geschleust.

Im Grunde widerfährt der Fruktose nun das gleiche Schicksal wie der Glukose. Nachdem ihr ein Phosphatmolekül angehängt worden ist, wird sie in Glukose umgewandelt, als Glykogen gespeichert oder direkt zur Energiegewinnung verbrannt. Wenn denn Energie benötigt wird.

Generell ist nichts gegen Fruktose einzuwenden. Doch in reiner Form kommt sie in der Natur selten so isoliert vor, wie sie uns die moderne Ernährung auftischt. In Obst und einigen Gemüsesorten ist sie immer an Faser- und Ballaststoffe gekoppelt.

Der Fruktosetransport funktioniert insulinunabhängig. Aus diesem Grund galt Fruchtzucker lange Zeit als Süßungsmittel Nr.1 für Diabetiker.

Fruchtzucker macht hungrig

Was die Fruktose so viel heimtückischer macht als ihre Schwester, ist ihre allgemeine Verharmlosung: Wenn aus dem Grundsatz, Obst sei gesund, geschlussfolgert wird, dies gelte auch für Fruchtzucker.

Doch erstens begünstigt er eine bedenkenlose Kalorienzufuhr, denn Fruchtzucker verstärkt das Hungergefühl. Denn im Gegensatz zur Glukose löst die Fruktose nur eine sehr schwache Insulinantwort aus. Insulin aber ist ein Sättigungssignal, welches seinerseits ein weiteres Sättigungshormon auf den Plan ruft: das Leptin. Ghrelin, das Hungerhormon, hingegen, wird normalerweise durch Insulin gehemmt. Aber ohne Insulin keine Hemmung. Ein Gefühl von Hunger ist die Folge.

Schema Glukosewirkung auf Insulin, Ghrelin und Leptin
Normaler Wirkmechanismus bei Glukosegabe
Fruktose hat nur wenig Einfluss auf das Insulinsystem

Da Fruchtzucker jedoch trotzdem kalorienreich ist, lassen sich die Folgen allein in Hinsicht auf eine Gewichtszunahme erahnen.

Wenn die Kalorienzufuhr dauerhaft höher ist als der -verbrauch, kann das, zur Leptinresistenz führen, die dem Körper Hunger vorgaukelt, obwohl er eigentlich satt sein müsste. Aber auch Toxine und andere Stressoren begünstigen die Entstehung einer Leptinresistenz.

Schema zur Wirkung von Leptin und Ghrelin
Folgen von Schlafmangel auf das Hormonsystem

Fruchtzucker macht fett

Aber zweitens: Achtung! Auch Dünne sind in Gefahr.

Ein regelmäßiger, hoher Fruktosekonsum führt zu einer übermäßigen Triglyceridbildung, die mit starken Fettablagerungen in der Leber einhergeht, was wiederum eine Insulinresistenz nach sich zieht. Gleichzeitig lagert sich viszerales Fett im gesamten Bauchinnenraum ab, mit den möglichen Folgen Bluthochdruck, metabolisches Syndrom und Fettleber.

Auch das Atheroskleroserisiko steigt, denn sowohl die LDL- als auch die Gesamtcholesterinwerte schießen nach erhöhter Fruktosegabe signifikant in die Höhe. Bereits ab einer täglichen Menge von mehr als 40g dieses Einfachzuckers sind Stoffwechselstörungen vorprogrammiert. Dieses Maß ist schnell erreicht.

Als Referenzwert für eine gesunde Ration lässt sich eine handvoll Obst heranziehen. 25g pro Tag mit begleitend artgerechtem Lebens- und Ernährungsstil sollten keine Spuren hinterlassen. Dabei ist die Rede von unverarbeitetem Obst: Das Kauen zweier Äpfel nimmt mehr Arbeit und Zeit in Anspruch als das Schlürfen eines Glases Apfelsaft, welches jedoch mit der drei- bis vierfachen Menge an Obst zu Buche schlägt. Damit vervielfacht sich leider ebenfalls die Fruktose-Dosis. Auch der als so gesund angepriesene Smoothie ist eine Fruchtzuckerbombe. Jeder Smoothie-Selbst-Mixer weiß ziemlich genau, was er alles in den Mixer haut. Wenn die Zutatenliste neben jeder Menge Frisch- auch Trockenobst enthält, hebt dies den Fruchtzuckeranteil noch weiter an, denn die gedörrten Früchtchen haben es besonders in sich.

Ganz zu schweigen von diversen süßen Softgetränken. Immer muss bedacht werden, dass Haushaltszucker zur Hälfte aus Fruktose besteht. Auch das gilt es, gerade für Naschkatzen, in die Bilanz mit einzubeziehen.

Das Heimtückische an der innere Verfettung ist, dass sie nach außen kaum sichtbar ist.

Viszerales Fett

Ein dicker Po ist harmlos, aber Vorsicht vor dem dicken Bauch!

Bauchfett setzt sich aus subkutanem und viszeralem Fett zusammen. Das subkutane, das Unterhautfettgewebe, befindet sich, wie der Name andeutet, unter der Haut. Viszerales oder auch intraabdominales Fett, beschreibet die Fettablagerungen zwischen den Eingeweiden. Eine Zunahme des Taillenumfangs weist auf zunehmende Fetteinlagerungen zwischen und in den Organen hin. Das Fett umhüllt die inneren Organe in der freien Bauchhöhle.

Die ursprüngliche Aufgabe des viszeralen Fettes, die Energiebereitstellung in Zeiten der Nahrungsknappheit, ist in der heutigen Zeit zum Risikofaktor für die Entstehung diverser Zivilisationskrankheiten avanciert. Neben Bluthochdruck, Diabetes Typ 2 und Atherosklerose, wird das sehr stoffwechsel- und hormonaktive Eingeweidefett auch für schwere Covid-19-Verläufe verantwortlich gemacht.

Taillenumfang-Diagnose:

Für Frauen gilt ein erhöhtes Risiko für Erkrankungen oben genannter Art ab einem Taillenumfang von 80cm. Männer erreichen diesen Status ab einem Umfang von 94cm. Individuelle Körpergrößen berücksichtigend, sei hier auf folgende Formel hingewiesen:

Der Quotient aus Taillenumfang zu Körpergröße sollte nicht größer als 0,5 sein.

Formel für Berechnung des viszeralen Fettes

Der BMI (Body Mass Index) gibt leider keinen Aufschluss über die Fettverteilung im Körper. Für die viszerale Fettanalyse ist es jedoch wichtig zu wissen, wo sich das Fett befindet.

Fruchtzucker-Quellen

Nicht nur Obst enthält Fruchtzucker, auch die meisten verarbeiteten Lebensmittel, Fertigprodukte und, allen voran Softgetränke. Selbst Honig und Agavendicksaft haben einen hohen Fruktoseanteil.

Besonders Rohveganer neigen in bester Absicht zu hohem Obstkonsum.

Um den Fruktosekonsum zu reduzieren, ohne ganz auf Obst verzichten zu müssen, kann auf fruktosearme Sorten, wie Papaya, Rhabarber und Beerenobst zurück gegriffen werden. Andererseits hilft auch die Kenntnis weiterer versteckter Fruchtzuckerquellen weiter, wie sie beispielsweise Cashewkerne und Paprika enthalten.

Folgende Tabelle gewährt tieferen Einblick in den Fruktoseanteil verschiedener Nahrungsmittel: Fruktose-Tabelle

Verdachtsprognose Körperform

Bei jeweils hohem Glukose- oder Fruktosekonsum haben sich zwei Tendenzen der Fettanlagerung herauskristallisiert: Fruchtzucker führt zur verstärkten Ablagerung viszeralen Fettes zwischen und in den Organen und am Oberkörper an. Reiner Glukosegenuss bewirkt eine vergleichsweise geringe Einlagerung viszeralen Fettes, jedoch eine Volumenzunahme an Gesäß und Hüften. In Extremfällen lassen sich folglich beide Vorlieben anhand der Körperform ablesen: Fruchtzucker formt den Körper zum Apfel, Glukose lässt ihn zur Birne heranreifen.

Buddha-Skulptur
Der apfelförmige Fruktose-Typ
Skulptur einer nackten Frau mit birnenförmigen Rumpf
Der birnenförmige Glukose-Typ

Therapie

Für die Leberentfettung gelten generell die gleichen Regeln wie die Maßnahmen zur Reduktion einer Insulinresistenz

siehe Blogbeitrag zur Insulinresistenz!

Ernährungsumstellung

  • zuckerfrei. Bitterstoffe reduzieren den Süßhunger und helfen überdies, die Leber zu entfetten

  • fruktosearm: Ein kompletter Verzicht auf Obst ist nicht zwingend erforderlich, wenn fruktosearme Früchte bevorzugt werden. Dazu gehören alte Apfelsorten, Beeren, Papaya und Rhabarber.

Bewegung

Noch wichtiger als eine Ernährungsumstellung ist die Bewegung. Zum gefährlichen Bewegungsmangel der modernen Zeit zählt auch unbedingt stundenlanges Sitzen.

Arbeitende Muskulatur verbrennt Kohlenhydrate. Denn ursprünglich waren unsere Muskeln als Hauptziel für die Glukose vorgesehen. Wer sich also ausreichend bewegt, verdient sich damit seine Kohlenhydrate.

Support für die Leber

Folgende natürliche Substanzen unterstützen die Leber bei der Entfettung:

  • L-Carnithin (in rotem Fleisch oder als Supplement)
  • Cholin (im Eigelb)
  • Beta-Glukan (in Hafer und Pilzen)
  • Inulin. Dieser präbiotische Ballaststoff kommt in Topinambur, Schwarzwurzeln, Chicoree vor und ist oft Joghurtstarterkulturen zugesetzt.

Diese Stoffe gibt es hier auch isoliert und konzentriert als natürliche Nahrungsergänzung.

  • Bitterstoffe. Die meisten Wildkräuter enthalten Bitterstoffe. Artischocken, Chicoree, die Blätter des Staudenselleries. Die Heidelberger 7-Kräutermischungist eine Zusammenstellung von bitteren Kräutern, die pur auf die Schnelle, unterwegs oder als Tee den gleichen Zweck erfüllen.

Fazit

Eine verfettete Leber muss nicht das Ende vom Lied sein. Bis zum Stadium der Zirrhose ist dieser Zustand bei konsequenter Änderung des Lebensstils reversibel und somit heilbar.

Leider steht einer konsequenten Umsetzung der entfettenden Maßnahmen oft das Problem des emotionalen Essens im Wege. Wenn der Zweck des Essens mehr im Stillen anderer Bedürfnisse als dem des Hungers besteht, gilt es, dem auf den Grund zu gehen. Denn der ungestillte emotionale Hunger boykottiert nicht nur die Heilung der Leber.

Maria Sanchez geht in ihrem Buch Sehnsucht und Hunger* auf diese Thematik ein. Aus einem reichen Erfahrungsschatz bietet sie jede Menge Erklärungen und zielführende Lösungen an.

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